Aufmerksamkeit füreinander
In der aktuellen angespannten Arbeitsmarktsituation ist es für jedes Unternehmen eine Herausforderung, Mitarbeiter zu „binden und zu begeistern“. Das Geheimnis scheint in der Aufmerksamkeit für jeden einzelnen Mitarbeiter zu liegen, erzählen HR-Direktorin Anja Claessen und HR-Managerin Nicole Janssen. „Man kann die Menschen durch mangelnde Aufmerksamkeit verlieren.“
Als B Corp und Familienunternehmen ist Nedlin auf langfristige Perspektiven ausgerichtet. Gute Arbeitgeberführung gehört traditionell dazu. In den letzten Jahren wurde noch deutlicher, wie wichtig Aufmerksamkeit dabei ist. Als während und kurz nach Corona die gesamte Zeit von anderen Dingen in Anspruch genommen wurde, stieg auch die Fluktuation. Das hat Nicole und Anja in ihrer Überzeugung bestärkt, dass sich jeder gesehen und gehört fühlen muss. „Natürlich muss das Gehalt stimmen. Aber den wirklichen Unterschied machen wir mit anderen Dingen.“
Gehört und gesehen
Bei Nedlin fühlen sich die Menschen wie zu Hause, das hören wir oft. Anja meint zu wissen, warum das so ist. „Egal, wie viele Techniken und Prozesse in der Wäscherei zusammenkommen, wir sind uns immer bewusst, dass es die Menschen sind, die die Arbeit erledigen. Die Mitarbeiter werden hier gesehen. Jeder grüßt jeden, auch auf dem Betriebsgelände. Wir halten das für selbstverständlich, aber wir merken regelmäßig bei Besuchern, dass das nicht überall so ist.“
Das Gefühl, zu Hause zu sein, beginnt schon beim Eintreten, erzählt Nicole. Indem neuen Kollegen ein herzlicher Empfang geboten wird, ist ihre Beteiligung ab dem ersten Tag groß. „Unsere Stärke liegt darin, das Interesse füreinander danach kontinuierlich aufrechtzuerhalten“, ergänzt Anja. „Jeder findet es wichtig, wertgeschätzt zu werden und sich entwickeln zu können. Man kann Menschen durch mangelnde Aufmerksamkeit verlieren.“
Wenn du willst, kannst du hier bis zur Rente arbeiten.
Zusätzliche Unterstützung
Das zeigt sich in großen wie auch kleinen Dingen. Ein Kompliment oder eine aufrichtige Frage. Aber auch in der Partnerschaft mit einer Physiotherapiepraxis oder in der Zusammenarbeit mit einem Betriebssozialarbeiter, die Nedlin aufgrund der langen Wartezeiten in der Psychiatrie eingegangen ist. Nicole: „Diese Dame ist Gold für uns. Sie kann Menschen frühzeitig unterstützen. Wenn nötig, können unsere Mitarbeiter innerhalb weniger Tage einen Termin bekommen.“
So gibt es auch Unterstützung bei finanziellen Sorgen, beispielsweise in Form eines Budgetcoachs. Anja: „Man nimmt seine Sorgen mit zur Arbeit. Wenn wir Probleme im Vorfeld verhindern können, ist das eine Win-win-Situation. Die Kosten für das Coaching übernimmt dann das Unternehmen.“ Außerdem, sagt sie: „Dass wir solche Hilfe bieten können, bedeutet, dass die Mitarbeiter sich sicher fühlen, um mit einem Kollegen zu teilen, dass es ihnen nicht gut geht.“
Darauf ist sie ziemlich stolz. „Dieses Vertrauen ist kennzeichnend für unsere Unternehmenskultur. Die Tür steht immer offen, bei jedem.“ Wer Fragen zu Arbeits- oder Privatsachen hat, kann jederzeit bei einem Vorgesetzten oder bei den Kollegen aus der Personalabteilung vorbeikommen. „Die Menschen, die an unserem Schreibtisch stehen, sind auch die, die sich mit dem Unternehmen verbunden fühlen. Wenn wir ihnen helfen können, tun wir das gerne.“
International
Das gilt insbesondere auch für die wachsende Gruppe von Arbeitsmigranten. Aufgrund des Fachkräftemangels rekrutiert Nedlin nicht nur lokal, sondern auch über Zeitarbeitsfirmen im Ausland. Die Zusammenarbeit mit Kollegen aus Ländern wie Griechenland, Portugal, Polen und der Ukraine bringt neue Herausforderungen in der Wäscherei mit sich. „Die Arbeitssprache ist zunehmend Englisch“, sagt Nicole. „Das bedeutet, dass auch die lokalen Mitarbeiter immer häufiger Englisch sprechen müssen.“
Vor sechs Jahren fanden einige das noch schwierig, heute erkennt auch der lokale Kollege, dass es nicht anders geht. „Wir merken, dass jeder sein Bestes tut, um einander einzubeziehen.“ „Die Gesellschaft ist zunehmend international ausgerichtet“, sieht auch Anja. „Die Menschen sind offener dafür. Bei Nedlin werden Arbeitsmigranten mit offenen Armen empfangen.“
Positive Dynamik
Am Arbeitsplatz sorgt die Internationalisierung für eine positive Dynamik. Anja: „Wenn man mit Menschen aus verschiedenen Kulturen zusammenarbeitet, lernt man voneinander.“ Es entsteht mehr Verständnis für die Kulturen und Gewohnheiten der anderen. Nicole findet auch, dass es hilft, Dinge in Perspektive zu setzen. „Viele Arbeitsmigranten haben eine instabile Vergangenheit hinter sich. Da sieht man, dass es uns in den Niederlanden eigentlich sehr gut geht.“
Auch in den Verwaltungsfunktionen treten die verschiedenen Nationalitäten hervor. Und wenn es eine Firmenfeier gibt? Dann spielt keine Band mehr, sondern ein DJ sorgt für die Musik, sodass auch Kollegen mit anderer kultureller Herkunft ihren Lieblingssong anfragen können. Auch das ist gute Arbeitgeberführung: Verbindungen schaffen, um das „Wir-Gefühl“ zu stärken.
Work-Life-Balance
Die Welt funktioniert nun einmal anders als vor 30 Jahren, sagt Anja. „Gute Arbeitgeberführung fordert dich heraus, mit diesen sich verändernden Umständen umzugehen. So hilft es dir als Arbeitgeber, aber auch deinen Mitarbeitern.“ Die ausländischen Kollegen sind ein Beispiel dafür. Nedlin bietet ihnen und anderen neuen Mitarbeitern nach einer Einarbeitungszeit einen unbefristeten Vertrag, sofern dies im Hinblick auf Gesetze und Vorschriften möglich ist. Ein weiteres Beispiel ist die Berücksichtigung individueller Umstände.
Anja: „Menschen müssen heutzutage oft jonglieren, um die Balance zwischen Arbeit und Privatleben hinzubekommen, besonders mit Kindern.“ Auch darüber muss Nedlin nachdenken, findet sie, damit das Unternehmen auch für diese Mitarbeiter attraktiv bleibt. „Natürlich ist nicht alles möglich. Aber ich würde gerne umfassender über die Möglichkeiten in diesem Bereich nachdenken. Es kann eine Stärke sein, mehr Flexibilität zu bieten.“
Karrierechancen
Wer will und kann, bekommt inzwischen zahlreiche Möglichkeiten zur Weiterentwicklung. Viele Führungskräfte haben einst am Arbeitsplatz angefangen. Nicole: „Teilweise geschieht das durch ‚Training on the Job‘. Darüber hinaus bietet die Wäscherei eine Reihe von festen Schulungen an, wie zum Beispiel Führungstrainings, Gesprächstechniken oder die Nedlin Drivers Academy. Es gibt auch individuelle Programme, in denen Mitarbeiter beispielsweise ein Hochschulstudium absolvieren, das auch für das Unternehmen von Nutzen ist.“
Dabei betrachten sie die Mitarbeiter aus allen Perspektiven. Wo liegen deine Stärken, was macht dir Spaß? „Wenn es möglich ist und passt, verschieben wir die Positionen“, sagt Nicole. So ist ein ehemaliger Produktionsmitarbeiter nun ein erfolgreicher Senior-Wartungstechniker geworden. Ein Account-Manager hat sich zum Datenanalysten entwickelt. Einer der Fahrer hat sich zum Fuhrparkmanager weiterentwickelt. Und der ehemalige Logistikmanager ist jetzt für das Marketing verantwortlich.
Jeder findet es wichtig, wertgeschätzt zu werden und sich weiterentwickeln zu können.
Mehrwert
Diese Flexibilität bringt sowohl den Mitarbeitern als auch dem Unternehmen Vorteile. Anja: „Unternehmen halten Mitarbeiter oft in einer bestimmten Position, weil sie dort wertvoll sind. Aber wenn man das zu lange macht, sucht der Mitarbeiter nach etwas anderem. Das finde ich bei Nedlin schön: Obwohl es anderswo manchmal schwierig sein kann, gehen wir dennoch auf diese Entwicklung ein.“
Auch in der Produktion versuchen sie, die Arbeit herausfordernd zu halten. Zum Beispiel, indem sie Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz wechseln lassen. Das ist nicht zwingend erforderlich, betont Nicole. „Wir sind auch sehr glücklich über Mitarbeiter, die lieber jeden Tag an der Maschine stehen. Oder die in eine Verpackungsposition wechseln, für die man mehr Wissen benötigt. Aber es gibt mehr Möglichkeiten, als die meisten Menschen denken.“
Zukunft
Bei Nedlin haben die Menschen eine Zukunft, findet Anja. „Dies ist eine stabile Organisation. Wenn du dich im Unternehmen wohlfühlst und deine Arbeit gut machst, musst du dir keine Sorgen um deinen Job machen.“ Diese Sicherheit ist heute besonders. „Das politische Klima ist unsicher, die restliche Welt auch. Da ist es schön zu wissen, dass Nedlin auf langfristige Perspektiven ausgerichtet ist.“ Sie lacht: „Wenn du willst, kannst du hier bis zur Rente arbeiten.“