Nedlin magazine

Brüderlichkeit und Gasterlebnis bei Beaumont

Die Brüder Christophe und Jean-Marc Beaumont hatten in Australien und New York erfolgreiche Karrieren im Gaststättengewerbe hingelegt. Nicht selbstverständlich also, dass sie das Lebenswerk ihres Vaters fortführen würden. Im Jahr 2012 sind die beiden jedoch in das Unternehmen eingetreten und haben zwei Jahre später das Ruder von ihrem Vater übernommen. Sie führen jetzt Hotel Beaumont in Maastricht mit dem zugehörigen Restaurant Harry‘s, benannt nach ihrem Vater Harry. Ein Gespräch mit den beiden Brüdern über das Wohl und Weh eines 105-jährigen Familienunternehmens.

Ihr Urgroßvater, Großvater und Vater haben dieses Unternehmen auf- und ausgebaut. Wie war es für Sie als Kinder, mit Hotel Beaumont aufzuwachsen?

Christophe: „Die Zeit von Opa haben wir nicht bewusst erlebt, da er recht früh verstorben ist. Bei unserer Geburt war Vater bereits Eigentümer von Beaumont. Das war manchmal ganz schön nervig, so ein stark ausgelasteter Vater. Das Hotel war damals noch recht klein, aber Vater hat immer hart gearbeitet. Das Ganze hatte bestimmt auch seine schönen Seiten und als Kinder waren wir regelmäßig im Hotel zu finden.“

Jean-Marc: „Das Hotel spielte innerhalb der Familie tatsächlich eine zentrale Rolle. Ich weiß noch, dass wir mit Freunden heimlich im Hotelkeller spielten. Das war natürlich superspannend. Bis wir vom Koch weggejagt wurden. Manche Mitarbeiter, die auch heute noch hier arbeiten, haben uns aufwachsen gesehen. Das ist natürlich eine schön Erinnerung.“

“Dass Nedlin zudem ein Familienunternehmen aus der Region ist, ist natürlich ideal.”

Jean-Marc Beaumont

Am 1. April 2014 haben Sie Beaumont von Ihrem Vater übernommen. War diese Übernahme immer schon klar?

Jean-Marc: „Eigentlich überhaupt nicht. Ich war ziemlich überrascht, als Vater uns vor sieben Jahren fragte. Er war damals selbst erst 57 Jahre alt, und mir war nicht bewusst, dass er bereits über seinen Abschied nachdachte. Außerdem hat er uns immer ermutigt, unseren eigenen Weg zu gehen. Ich arbeitete damals in einem Hotel in New York und war dort sehr zufrieden. Und trotzdem habe ich keine Sekunde gezweifelt. Die Vorstellung, dieses Hotel zu leiten, war fantastisch, denn schließlich habe ich das Hotelgewerbe mit der Muttermilch aufgesogen. Die vierte Generation in Folge, etwas ganz Besonderes. Dies bringt auch Herausforderungen mit sich. Mit dieser Übernahme habe ich eine definitive Verpflichtung dem Familienunternehmen gegenüber.“

Christophe: „Bei mir war es ganz anders. Ich bin über die Schweiz und London in Australien gelandet und fühlte mich dort sehr wohl. Als Vater anrief, war ich nicht gleich überzeugt. Seine Frage brachte mich jedoch zum Grübeln. Ich bin das Ganze dann eigentlich sehr mathematisch angegangen. Ich dachte mir: Ich bekomme nur einmal die Chance, dieses Angebot zu akzeptieren. Einen Schritt zurück kann ich immer noch machen. Meine Einstellung war also, es auf jeden Fall ein Jahr lang zu versuchen. Mittlerweile bin ich seit sechs Jahren dabei.“

Sie haben also zunächst noch einige Jahre unter der Führung Ihres Vaters im Unternehmen gearbeitet. Wie war das?

Christophe lacht: „Beschwerlich und nervig! Ich behaupte nicht, dass es einfach war. Vater war noch der Kapitän, während wir unsere eigenen Vorstellungen hatten. Dadurch ergeben sich natürlich viele Reibungspunkte, aber auch viele Möglichkeiten zur Kooperation. Neben Kämpfen entstand also auch viel Energie und Genugtuung.“

Jean-Marc: „Es stimmt, dass wir in dieser Zeit manchmal ein etwas verstimmtes Weihnachten gefeiert haben. Letztendlich finden wir aber immer wieder zueinander, denn schließlich haben wir alle dasselbe Ziel vor Augen. Als uns Vater das Hotel vor drei Jahren übertragen hat, hat er tatsächlich seinen ganzen Kram gepackt und das Ganze uns überlassen. Er kommt zwar noch immer mehrmals in der Woche vorbei, aber die Zusammenarbeit ist jetzt wunderbar. Er hat natürlich ein enormes Wissen und einen großen Schatz an Erfahrungen gesammelt, daher fragen wir Vater noch regelmäßig um Rat.“

Von einem einzigen Eigentümer zu zwei Brüdern, die zusammenarbeiten müssen. Wie funktioniert das in der Praxis?

Christophe: „Da wir beide lange Zeit im Ausland gewohnt und gearbeitet haben, mussten wir uns wirklich wieder an unser Verhältnis als Brüder gewöhnen. Wir sind total unterschiedlich. Ich bin in der Arbeit eher abwartend und denke länger über Dinge nach, während ich in meiner Freizeit am liebsten aus Flugzeugen springe oder in die Wildnis Kolumbiens reise, wo ich tagelang nicht erreichbar bin. Jean-Marc hingegen kann sehr professionell und resolut handeln.“

Jean-Marc: „Ich freue mich auf das Osterwochenende bei meinen Schwiegereltern in Zeeland. Wir sind tatsächlich unterschiedlich, aber durch unsere verschiedenen Perspektiven erreichen wir gemeinsam mehr als alleine. Das ist uns mittlerweile klar.“

Christophe: „Es kracht ab und zu, aber wir wissen auch, dass wir letztendlich immer wieder zueinander finden.“

Jean-Marc: „Natürlich gibt es auch Gemeinsamkeiten. Wir arbeiten schließlich im selben Sektor. Mit Beaumont und Harry‘s haben wir auch ein echtes gemeinsames Ziel vor Augen. Gastfreundschaft hat bei uns oberste Priorität. Wir sind gerade von einem Trip nach London zurückgekehrt, wo deutlich erkennbar ist, dass alles rund um das Gaststättengewerbe eine nächste Stufe erreicht hat. Das Gasterlebnis wird dort bis ins kleinste Detail perfektioniert. Trotz unserer umfassenden Erfahrung im Ausland erhalten wir dadurch neue Inspiration.“

Christophe: „Diese Art von Trips müssen wir öfter einplanen.“

Was bedeutet „Gastfreundschaft“ für Sie?

Jean-Marc: „Der Unterschied ist aufrichtiger, persönlicher Kontakt. Dadurch schenkt man dem Gast eine besondere Erfahrung. Unsere Mitarbeiter haben jedoch nur dann Zeit und Raum für persönlichen Kontakt, wenn die Grundstruktur passt. Das ist dann auch ein Punkt, dem wir viel Aufmerksamkeit schenken.“

Christophe: „Bestimmte Faktoren müssen wirklich stimmen, bevor die Mitarbeiter die Freiheit fühlen, die Gastfreundschaft aus eigenen Stücken umzusetzen. Uns ist wichtig, dass Menschen sich selbst entwickeln können.“

Gastfreundschaft basiert also auf Menschen. Wie wichtig sind andere Faktoren wie die Wäsche für Ihr Unternehmen?

Jean-Marc: „Sehr wichtig, da dies einer der grundlegenden Faktoren ist, der in Ordnung sein muss. Sonst kann man es sowieso vergessen. Wir haben vor etwa drei Jahren Nedlin als Partner im Bereich Wäsche ausgewählt. Damals haben wir eine gänzlich neue Corporate Identity eingeführt. Dies war ein intensives Projekt, an dessen Denkprozessen verschiedene Mitarbeiter involviert waren. Nedlin hat uns dabei eine tolle Betreuung und Beratung geboten. Wir haben viel Wäsche angesehen und auf Grundlage einer ersten Auswahl wurden sechs oder sieben Zimmer mit unterschiedlicher Wäsche ausgestattet. Ich weiß, dass unsere Haushaltsleitung mit den Dienstleistungen von Nedlin äußerst zufrieden ist. Nedlin ist pünktlich und alles sieht immer tadellos aus. Unsere Haushaltsleitung hat einmal eine Führung durch die Wäscherei erhalten und war ziemlich beeindruckt. Dass Nedlin zudem ein Familienunternehmen aus der Region ist, ist natürlich ideal.“